Nohila Driever

Edersee

Winter 2021

Es war November, kalt, und ich hatte mich mal wieder komplett übernommen. Denn: weil ich immer mal wieder ein paar schöne Fotos gemacht hatte kam Nohila auf den Gedanken, wir könnten ja auch ein Shooting machen.

Und ich dachte: „Klar, machen wir.“ Denn ich hatte gerade wieder ein klitzekleines bisschen Spass an Fotos gefunden. Und dann merkte ich: „Mist. Das ist Nohila, ja nicht irgendwer. Und die hat mir ja schon gesagt, dass Fotos nicht so ihr Ding sind und wenn ich da jetzt komplett versage, dann … „

Also kaufte ich mir ne neue Kamera. Machte ein paar Fotos von Lilith, bis sie keine Lust mehr hatte. Dann von Pferden, bis die auch keine Lust mehr hatten. Dann von Verkehrsschildern, nur da hatte ich bald auch keine Lust mehr.

Dann das shooting. Es war kalt. Kurz bevor wir den See erreichten war die Sonne weg. Als wir den See erreichten war der See weg – es ist ein Stausee. Mir wurd schlecht. Ich betete mehr als ich fotografierte, wir änderten das Setting, leerer See mit Campingplätzen im Hintergrund im November: unsexy.

Dann gab es einen Moment, der war – für mich – Magie. Nohila spielte mit Blättern und ich ging nah an sie ran, näher als sonst. Es war, als ob meine Kamera ihre Haut berührte und auf einmal war da dieser Kontakt.

Und ich hatte meinen Schlüssel zur Fotografie. Als wir die Bilder abends sichteten konnten ich es kaum glauben: es war, als ob sogar die Bilder vor diesem einen, magischen, Moment, in schon in sich trugen.